Ein ganzes Leben für die Kunst

Erwin Wortelkamp (DE)
20.09.2019 – 01.03.2020

Erwin Wortelkamp, Orangen für Hans von Marées, 1996 © Stiftung DKM
Foto: Werner J. Hannappel

Das Museum DKM widmet dem Bildhauer Erwin Wortelkamp eine umfassende Werkschau auf der gesamten, sechs Räume umfassenden Wechselausstellungsfläche. Vom 20. September 2019 bis 01. März 2020 werden Arbeiten präsentiert, die eine über 40-jährige Schaffensphase, von den siebziger Jahren bis heute, umfassen. Die Sammler und Museumsgründer Dirk Krämer und Klaus Maas verfolgen das Werk des Bildhauers Erwin Wortelkamp bereits seit zwanzig Jahren. Erwin Wortelkamp bevorzugt für seine autonomen Skulpturen seit Jahrzehnten besondere Innen- und Außenräume. Wortelkamp bezieht die Wirkung des jeweiligen Ortes auf die Wahrnehmung der Arbeiten als Teil künstlerischer Gestaltung mit ein. Dabei schafft er jedoch keine im herkömmlichen Sinne ortsbezogenen Arbeiten, sondern untersucht, wie sich diese, aus dem “heimischen” Atelier entnommen, in neuen Kontexten verhalten. Der Schüler des dänischen Eisenbildhauers Robert Jakobsen schafft weniger Skulpturen für einen spezifischen Ort, im Gegenteil findet er besondere Orte für seine Skulpturen.

Den Ausgangspunkt für die Entwicklung einer raumbezogenen Konzeption bildet eine bereits 2001 in der Galerie DKM im Duisburger-Innenhafen ausgestellte, raumgreifende Skulptur aus gekalkter Eiche. Das im Kontext der zur selben Zeit im Lehmbruck Museum und der gesamten Stadt Duisburg gezeigten Ausstellung entstandene Werk stellte Wortelkamp unter den Titel Skulptur – Architektur, der ein bedeutendes Thema in seinem Schaffen zusammenfasst, mit dem er sich seit Jahrzehnten immer wieder auseinandersetzt. Eine weitere gekalkte Holzskulptur, jedoch dreiteilig und wesentlich feingliedriger, veranschaulicht die Möglichkeiten dieses Mediums. Der Schritt wurde bereits 2007 im Arp-Museum ausgestellt. Auf den ersten Blick einen starken Kontrast bildende, filigrane Zeichnungen befassen sich inhaltlich mit demselben Thema, das auch die Holzskulpturen aufgreifen: in der Auseinandersetzung mit dem Bildhauer und Architekten Filarete (Antonio di Pietro Averlino um *1400 in Florenz; um +1469 in Rom?) verweist Wortelkamp auf anfängliches Bauen, ein Tragen und Lasten, wie auf ein Werden und Vergehen.

Menü