Gandhāra

SAMMLUNG DKM

27.01.2012 – 30.07.2012

Fußabdruck des Buddha, 1./2. Jh., Stein (Chloridschiefer)
Foto: Greg Wallis

Gandhāra

Gandhāra – eine Region westlich des Flusses Indus, die dem heutigen Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan entspricht – ist zugleich die Bezeichnung einer wesentlich buddhistischen Strömung in der figurativen Kunst, die hellenistische Einflüsse vom griechischen Baktrien aufgenommen und die sich ungefähr vom Anfang unserer Zeitrechnung bis in das 8. und 9. Jahrhundert entwickelt hat. Die Gandhāra-Kunst dehnte sich entlang der Seidenstraße über viele Gebiete des Nordwestens des indischen Subkontinents und Afghanistans aus. Als man sie im späten 19. Jahrhundert entdeckte, wurde die Kunst von Gandhāra von westlichen Forschern wegen ihrer starken klassischen Neigung mit Enthusiasmus begrüßt. Neueste Forschungen beleuchten sie als ein reifes Produkt des Hellenismus, der in den direkten Kontakt mit dem Buddhismus kam. Im Zentrum der Ikonographie der Gandhāra-Kunst steht das anthropomorphe Bild Buddhas. Dieser wurde sowohl als unabhängige Skulptur als auch im narrativen Kontext abgebildet. In diesem Fall wurden bevorzugt Szenen aus dem Leben Buddhas und Episoden von seinen früheren Geburten wiedergegeben. Szenische Darstellungen dienten auch als Meditationsobjekte. Die Bildwerke bestehen zumeist aus einem für die Gandhāra-Kunst typischen blaugrauen Chloritschiefer.

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