Notstand

MAGDALENA JETELOVÁ

01.09.2006 – 19.11.2006

Magdalena Jetelová, Ausstellungsansicht Galerie DKM
Foto: Werner J. Hannappel

Die Transformation von Architektur in Skulptur
Notstand von Magdalena Jetelová

Von Anfang an ist Magdalena Jetelová künstlerisch mit einem bildhauerischen Konzept unterwegs, das sie 1994 im Kunstverein Hannover und 1996 im Ausstellungsgebäude der Mathildenhöhe in Darmstadt mit dem Titel Translocation bezeichnet. Dort konstruiert sie in die vorhandene Architektur 1 : 1 dieselbe Raumstruktur und verrückt sie um wenige Grade um die Achse des Architekturraumes. Mit einem ebenso aufwendigen wie radikal minimalistischen Konzept entsteht aus dem statischen ein dynamisches Raum-Zeit-Erlebnis, das an den raumbestimmenden Kanten der beiden sich durchdringenden Strukturen und von dort rückwirkend in den Raum manifest wird. Sie verwandelt in beiden Fällen den Ausstellungsraum selbst zum Kunstwerk, zum plastisch-dynamischen, energiegeladenen und damit ästhetischen Ereignis.

Wie eine fest gefügte statische Struktur mit minimalen Mitteln «in Bewegung versetzt» und zur Skulptur, zum Bild wird, hat Magdalena Jetelová schon Ende der 1970er Jahre in Prag demonstriert, als 1979 ihr roh gezimmerter, übergroßer Stuhl am oberen Ende einer Treppe mit einem verlängerten Bein schon auf der nächsten Stufe stand.

Werner Meyer

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